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Frauenpower rettet Entenküken

Aufwendige Fangaktionen am Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel

Die meisten einheimischen Tier- und Pflanzenarten leben mittlerweile in unmittelbarer Nähe der Menschen. Das war nicht immer so. "Die heute vielerorten praktizierte Forst- und Landwirtschaft macht vielen Lebewesen den Garaus. Vor allem der Einsatz von Pestiziden hat zu dramatischen Bestandsrückgängen in der Feldflur geführt", beklagt Peter Malzbender, Vorsitzender der NABU-Kreisgruppe Wesel.


Gerade auch viele Vogelarten sind längst in die lebensfreundlicheren Nischen der Städte gezogen und ziehen hier oftmals erfolgreich ihre Jungen auf. So haben sich seit einigen Jahren wilde Stockenten das Konrad Duden Gymnasium in Wesel als Brutplatz auserkoren. Gleich fünf bis sechs Entenmütter legen im dichten Bodenbewuchs des umbauten Innenhofes gut getarnt Eier in ihre Nester. In diesem Jahr schon über achtzig. Dass dieses Atrium aus Entensicht ideal sein muss, zeigt die ungewöhnliche Brutdichte der Stockenten auf so einem kleinen Raum. Allerdings mit fatalen Folgen: Wenn die Küken schlüpfen, können Sie selbstständig aus dem Innenraum nicht heraus, da sie noch nicht flügge sind. Da geeignetes Futter dann begrenzt ist, sind in den vergangenen Jahren etliche kleine Enten gestorben. Dies wollte Studienrätin Elke Luce zusammen mit Ihren Schülern dieses Jahr unbedingt verhindern. Immer wenn in diesen Tagen der Entennachwuchs geschlüpft war, hat die engagierte Lehrerin gemeinsam mit NABU-Aktiven aus Wesel die Entenschar eingefangen. Bei den Fangaktionen stiegen die Entenmütter in die Lüfte und suchten das Weite.


Mittlerweile 27 dieser Stockentenküken werden von Gabi Cieslak auf Grav-Insel fachmännisch großgezogen. Mit Rotlicht, Starterfutter und Brennnesselgrütze entwickeln sich die Kleinen hervorragend. Täglich kann man sie wachsen sehen. Die ersten 11 fast flüggen Jungenten wurden bereits auf riesige Flachgewässer dort in unmittelbarer Nähe wieder in die Freiheit entlassen. Frau Cieslak betont, dass sie extra nur beim Füttern kurzen Kontakt mit dem Geflügel hat, damit keine Bindung aufgebaut wird und die Tiere sich artgerecht in freier Wildbahn behaupten können. Die Leiterin des Streichelzoos auf Grav-Insel weiß, wovon sie spricht. Schließlich gehört der Umgang mit Tieren, und manchmal auch mit Wildtieren, zu ihrem Tagesgeschäft. Die Aufnahmekapazität für junges Wassergeflügel ist jetzt allerdings auch erschöpft.


Um zukünftig die Entenbruten in diesem Areal einzuschränken, soll der dichte Bodenbewuchs gegen einen luftigen Schmetterlingsgarten mit heimischen Blütenpflanzen eingetauscht werden. 

 
 Stockentensuche

 Die quirligen Stockentenküken ließen sich im dichten Unterwuchs nur schlecht einfangen.

 Foto: Peter Malzbender

  

 Kleine Stockenten

 NABU-Aktive und Elke Luce (rechts im Bild) vom Konrad-Duden-Gymnasium zeigten Einsatz.

 Foto: Peter Malzbender

  

 Stockenten unter Rotlicht

 Die kleinen Küken genießen die Wärme der Rotlichtlampe.

 Foto: Peter Malzbender

 

 Stockentenmutter

 Gabi Cieslak von der Grav-Insel kümmert sich fachmännisch um die kleinen Entenküken.

 Foto: Peter Malzbender

 

 

Peter Malzbender; Mai 2016

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