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Rheinlandtaler für NABU-Aktivistin Renate Freundt

Seltene Ehrung für langjährigen Einsatz

Für Ihre außergewöhnlichen und langjährigen Einsatz für den Naturschutz ist Renate Freundt aus Wesel mit dem Rheinlandtaler geehrt worden.

Im Diersfordter Wald hat sie aus einem Acker gemeinsam mit ihrem Mann Gerhard einen Lebensraum entwickelt, der seinesgleichen sucht. Wissenschaftliche Arbeiten über Insekten und Zauneidechsen haben ihr Achtung in der Fachwelt eingebracht. 

 

Renate Freundt, Dr. Marie-Agnes Strack -Zimmerman - Peter MalzbenderDer Rheinlandtaler wurde ihr in einer Feierstunde von Marie-Agnes Strack-Zimmermann, der stellvertretenden Vorsitzenden der Landschaftsversammlung Rheinland verliehen.

Hier ihre Laudatio im Wortlaut:

 

Sehr geehrte Frau Freundt,

Sie engagieren sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für den Natur- und Landschaftsschutz am Niederrhein . Hier in Wesel sind Sie geboren und haben Ihrer Heimat bis heute die Treue gehalten. Schon während Ihrer aktiven Tätigkeit im Lehrerberuf haben Sie sich für den Erhalt seltener Arten und Lebensräume in unserer Region eingesetzt. Dieses Engagement ist bis heute ungebrochen. Das zeigt allein schon die Liste der Organisationen, denen Sie angehören: Bereits seit 1979 sind Sie Mitglied des Naturschutzbundes Deutschland (NABU ) – damals noch Deutscher Bund für Vogelschutz. 1982 folgte die Mitgliedschaft in der Royal Society of the Protection of Birds, 1990 die Mitgliedschaft in der Naturschutzorganisation „Natuurmonumenten“ in den Niederlanden. 2001 traten Sie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei, und im selben Jahr wurden Sie Mitglied bei der Arbeitsgemeinschaft Westfälischer Entomologen.

Diese lange Liste Ihrer Ehrenämter zeigt auch, wie vielfältig Ihr Engagement für den Naturschutz ist . Dabei gingen Sie im Dienste der Sache auch ungewöhnliche Wege: In den 1980er Jahren machten Sie sich beispielsweise Ihr künstlerisches Talent zu Nutze. Sie fertigten Scherenschnitte mit Naturmotiven an, die dann bei Veranstaltungen verkauft wurden. Den Erlös von insgesamt über 30.000 Mark stellten Sie dem NABU für den Ankauf von Flächen in der Dingdener Heide zur Verfügung. Hinzu kamen die großzügigen privaten Spenden des Ehepaares Freundt. So trugen Sie beide maßgeblich zum Erhalt dieses Naturschutzgebietes bei .

Parallel riefen Ihr Mann und Sie ihr ganz eigenes Projekt ins Leben: Ihren „Acker“ – wie Sie

ihn heute noch nennen. Ursprünglich war diese 11 Hektar große Fläche am Rande des Diersfordter Waldes tatsächlich eine magere Ackerfläche. 1987 kauften Sie das Grundstück und machten aus dem „Acker“ ein Naturjuwel .

Mit dem Erwerb, den Sie komplett aus eigenen Mitteln finanziert haben, war der erste Schritt getan. Nun ging es an die Gestaltung eines Biotops für den Artenschutz . Hierfür haben Sie mit Unterstützung der Unteren Landschaftsbehörde Wesel einen Maßnahmenplan erarbeitet. Und mit der Zeit entwickelte sich auf dem Grundstück ein Refugium für Tiere und Pflanzen, darunter auch viele Arten der Roten Liste. Den Hauptteil der Fläche bildete eine blumenreiche Wildwiese mit seltenen Pflanzenarten wie Heidenelke, Karthäusernelke und Rapunzel-Glockenblume. Zur Erhaltung und Weiterentwicklung dieses wertvollen Biotops leisteten Sie, sehr geehrte Frau Freundt, einen wahrlich nicht unerheblichen Arbeitsaufwand! Es dürften über all die Jahre wohl mehrere Tausend ehrenamtliche Arbeitsstunden gewesen sein. Die Mäharbeiten auf einer solch großen Fläche sind im Zweimannbetrieb mit Sense allerdings nicht zu bewältigen. Hier hilft Ihre tatkräftige NABU-Kreisgruppe, die dem Bewuchs mit einem Balkenmäher zu Leibe rückt.

Rheinlandtaler - Bild: Landschaftsverband RheinlandDieses Biotop ist das beste Beispiel dafür, welche Wunder die Natur vollbringen kann. Diese Wunder können Sie entdecken, wenn Sie, wie Frau Freundt, nicht nur das große Ganze in der Natur im Auge haben , sondern auch das ganz, ganz Kleine. Um die Vielfalt der Natur zu erforschen, hat sich Frau Freundt in die Artengruppen eingearbeitet, die sich in Ihrem Biotop tummelten. Zielobjekte waren vor allem Insekten. Über 100 Arten von Schwebfliegen und Wildbienen hat sie dokumentiert. Neben den Insekten hat sie sich vor allem den Zauneidechsen gewidmet. Zunächst galt es, zu bestimmen, wie viele es davon in ihrem Biotop denn eigentlich gibt. Und da half nur eines: Zählen! Glücklicherweise hat jede Eidechse ein eigenes Rückenmuster, vergleichbar mit dem menschlichen Fingerabdruck. Also machte Frau Freundt sich ans Fotografieren und Auswerten. In akribischer Kleinstarbeit wurde jedes Individuum abgelichtet und dokumentiert. Neben der Populationsgröße hat sie auch die Altersstruktur sowie die Habitat- und Raumnutzung der Tiere unter die Lupe genommen. Renate Freundt hat zur Erforschung der Biologie und Ökologie der Zauneidechse bemerkenswerte wissenschaftliche Beiträge geleistet. Hierzu zählt unter anderem die Erstbeobachtung eines Drittgeleges bei der Zauneidechse. Viele Ihrer Untersuchungsergebnisse haben Sie bereits in wissenschaftlichen Schriften veröffentlicht. Sie sind in Fachkreisen schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr!

 Knapp 100 Gäste waren dabei. - Peter MalzbenderAuch für die Zukunft haben Sie und Ihr Mann gesorgt: Das Biotop Freundt wurde von Ihnen an die NABU-Stiftung Naturerbe NRW überschrieben. Mit der Gründung eines eigenen, zweckgebundenen Fonds kann die Fläche nun langfristig für den Natur- und Artenschutz gesichert werden. Wir sind gemeinsam mit Ihnen gespannt, wie sich Ihr Biotop in Zukunft entwickeln wird.

An dieser Stelle auch noch einmal einen herzlichen Dank an Ihren Mann Gerhard Freundt, mit dem Sie seit all diesen Jahren ein erfolgreiches Gespann bilden und gemeinsam mit großem Herzblut in Sachen Naturschutz unterwegs sind.

Unermüdlich im Einsatz, haben Sie sich für zahlreiche Naturschutzprojekte im Kreis Wesel engagiert – und dies schon zu Zeiten, in denen der Naturschutz eher eine Männerdomäne war. Man könnte also sagen: Sie sind eine Art weiblicher Naturschutz-Pionier.

Um Friedrich Wilhelm Nietzsche zu zitieren: „Das Wenigste gerade, das Leiseste, das

Leichteste, einer Eidechse Rascheln, ein Hauch, ein Husch, ein Augenblick – wenig macht die Art des besten Glücks“. Diese Freude an den vermeintlich kleinen Dingen, die für alle Mühen entlohnt, wünschen wir Ihnen auch für Ihre zukünftigen Arbeiten und Erlebnisse im Naturschutz .

Und wenn Sie auch mal einen Blick auf Tiere wie die Mi-Eule, den Bienenwolf oder die Zwiebelschwebfliege werfen möchten, wenden Sie sich vertrauensvoll an Frau Freundt, die auch Führungen für die Öffentlichkeit auf ihrem „Acker“ anbietet.

 

Bilder: Peter Malzbender

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