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Biber ungerechtfertigt ins Kreuzfeuer gerückt

Deichgräf Harry Schulz stellt absurde Forderungen

 

Deichgräf Harry Schulz vom Deichverband Bislich -Landesgrenze sieht im Biber eine Gefahr beim Hochwasserschutz. Insbesondere Bahndämme und Deiche seien vom Einsturz gefährdet bei den großen Bauten, die die semiaquatischen Säuger dort hinein bauen. Er bemüht zur eigenen Argumentations-Unterstützung auch andere Wasser- und Bodenverbände, um den Leumund der Biber ins schlechte Licht zu rücken. Herr Schulz scheut auch nicht davor zurück, das „Entnehmen“ auffälliger Biber einzufordern. Also das Töten einer europäisch geschützten Art. Zudem ist der Biber in NRW nicht dem Jagdrecht unterstellt. Schulz bemängelt insbesondere den Mehraufwand an Kontrollgängen und das Reparieren angeblicher Biberschäden.

Dies möchte sich der Verband natürlich zusätzlich  bezahlen lassen. Die Politik habe die Wiederansiedlung gewollt, dann müssen die Kosten auch übernommen werden. Zweifelsohne ist es sehr wichtig, dass es Menschen gibt, die sich intensiv um den Hochwasserschutz kümmern. Natürlich auch in unserer Region. Die NABU-Kreisgruppe Wesel zweifelt allerdings stark an einigen Aussagen des Deichgräf Harry Schulz. Bei den vielen Bauten an Wassergräben, an Bahndämmen und an Flüssen in unserer Region handelt es sich vornehmlich um Höhlungen, die von Nutrias dort angelegt werden.

 

Die meisten Menschen können einen schwimmenden Biber (Foto) nicht von einer Nutria unterscheiden.

Die meisten Menschen können einen schwimmenden Biber (Foto) nicht von einer Nutria unterscheiden. Foto: Peter Malzbender

 

„Ich bezweifele, dass ein Deichgräf überhaupt in der Lage ist, eindeutig einen Biberbau von einer Nutriahöhlung zu unterscheiden“, sagt Peter Malzbender, NABU-Vorsitzender der der Kreisgruppe Wesel. Und fügt hinzu: „Was hier alles den Bibern unterstellt wird, ist schlichtweg falsch und geht in der Regel aufs Konto der Nutria“. Die Nutria ist eine invasive Art, die früher in Pelzfarmen gezüchtet wurde. Nachdem damit kein Geld mehr verdient werden konnte, wurden einige Tiere einfach ausgesetzt.

 

Die südamerikanische Nutria ist am Niederrhein weit verbreitet. Sie ist in unserer heimischen Natur oftmals ein Problem. Foto: Peter Malzbender

Die südamerikanische Nutria ist am Niederrhein weit verbreitet. Sie ist in unserer heimischen Natur oftmals ein Problem. Foto: Peter Malzbender

 

Der Siegeszug des südamerikanischen Nagetiers ist am Niederrhein gewaltig. Zum großen Leidwesen heimischer Röhrichtpflanzen und Co. Der Biber hingegen ist ein Lebensraumgestalter, der für mehr Biodiversität sorgt. Seine Ökosystemleistung ist gerade auch beim fortschreitenden Klimawandel von immenser Bedeutung. Kleine Auelandschaften können dabei entstehen, die dem schnell anschwellenden Hochwasser Paroli bieten. Das eigentliche Dilemma ist der naturfremde Ausbau aller Wasserkörper aus längst vergangenen Zeiten. Uferbefestigungen und Begradigungen führen gerade jetzt bei zunehmenden Starkregenperioden zu ausufernden Hochwassern. Es ist ein Unding, dass es für menschliche Fehler wieder einmal heimischen Wildtieren ans Fell gehen soll. Der NABU wehrt sich vehement gegen eine diskreditierende  Stigmatisierung des Bibers.

 

Peter Malzbender

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