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Der Kammmolch - Triturus christatus

Der Unterwasser-Drache

Als Kammmolche werden derzeit sechs größerwüchsige europäische Arten der Gattung Triturus bezeichnet, deren Männchen zur Paarungszeit ausgeprägt gezackte Rückenkämme tragen.

Der Nördliche Kammmolch ist in Europa am weitesten verbreitet und ist der bei uns am Niederrhein heimische.

 

Der Nördliche Kammmolch ist ein großer, kräftiger Wassermolch mit breitem Kopf. Die Männchen werden zehn bis 18 Zentimeter lang, die Weibchen werden etwa größer. Der Kammmolch ist oberseits grau-schwarz gefärbt, die Haut erscheint leicht warzig. Die Flanken sind im Übergang zur Bauchseite intensiv weißlich granuliert. Der Bauch ist gelb bis orange mit schwarzen Flecken. Zur Paarungszeit entwickeln die Männchen als Wassertracht einen hohen, stark gezackten Hautkamm auf Rücken und Schwanz, der an der Schwanzwurzel unterbrochen ist. Charakteristisch ist bei den Männchen außerdem ein perlmutt-silbriges Band an den Schwanzseiten. Die Weibchen haben nur einen niedrigen Schwanzflossensaum. Nach dem Gewässeraufenthalt wird im Spätsommer die Wassertracht zurückgebildet und weicht der unscheinbaren Landtracht.

Die geschlechtsreifen Tiere wandern mit Beginn frostfreier Witterung nachts aus ihren Winterquartieren zu den Fortpflanzungsgewässern. Die Laichzeit liegt in den Monaten April und Mai.

Die Männchen besetzen Balzplätze, die sie mit Drohgebärden gegen eindringende andere Männchen verteidigen.

Ein Weibchen legt mehrere hundert Eier; diese werden einzeln mit Hilfe der Hinterbeine in zu „Tüten“ umgefaltete Blätter von Wasserpflanzen gelegt. Eine wichtige Rolle spielt dabei der in vielen Tümpeln vorkommende Flutende Schwaden. Die Embryonalentwicklung dauert fünf bis 30 Tage.

Die Larven wachsen während ihrer etwa viermonatigen Entwicklungszeit von zehn Millimetern bis zu einer Größe von acht Zentimetern heran. Wie bei den Molchen üblich, entstehen zunächst die vorderen Gliedmaßen, erst später die hinteren. Jungtiere brauchen zwei bis drei Jahre, ehe sie geschlechtsreif sind. An den Frühjahrswanderungen zu den Gewässern beteiligen sie sich aber  schon vorher.

In Deutschland besteht eine nahezu flächige Verbreitung – größere Lücken gibt es nur im äußersten Nordwesten, in intensivlandwirtschaftlich genutzten und landschaftsstrukturell verarmten Gegenden, in einigen Mittelgebirgen und in den Hochgebirgslagen.

 

Kammmolche und Teichmolche - Uwe Heinrich

Kammmolche bevorzugen krautreiche, besonnte und nicht zu flache Kleingewässer ohne Fische

Im Umfeld der Gewässer müssen geeignete Landlebensräume in guter räumlicher Verzahnung vorhanden sein, beispielsweise von Feldgehölzen durchsetztes Grünland, Niedermoore, Laubwälder und Saumbiotope wie Uferrandstreifen, Hecken und Ähnliches. In aufgelassenen Bodenabbaugruben entwickeln sich manchmal sehr wertvolle Lebensraumstrukturen. Unter Steinen und liegendem Totholz suchen die Tiere gerne Schutz und verbringen den Tag dort ruhend.

Erwachsene Kammmolche fressen bei ihrer meist nächtlichen Aktivität Regenwürmer, Nacktschnecken, Insekten und deren Larven. Manchmal erbeuten sie sogar einen kleineren Verwandten, zum Beispiel einen Teichmolch. Die Nahrung wird im Ganzen hinuntergeschluckt. Oft sieht man Wassermolche verschiedener Arten auch an Froschlaich fressen. Einen wichtigen Bestandteil der Nahrung von aquatisch lebenden Kammmolchen bilden verschiedene Egel sowie die Kaulquappen von Froschlurchen. Die Molchlarven ernähren sich ebenfalls räuberisch; dazu gehören Kleinkrebse wie Wasserflöhe und Insektenlarven.

Kammmolche werden ihrerseits von verschiedenen Vogelarten, Schlangen, Marderarten und Spitzmäusen und Fischen gefressen. Die Larven müssen sich vor Gelbrandkäfern und deren Larven, verschiedenen Wasserwanzen, vor Großlibellenlarven und vor Fischen in Acht nehmen.

Zur Abwehr von Feinden setzen Kammmolche unter anderem Schreckstellungen ein, bei denen sie sich krümmen und die orangefarbene Unterseite zeigen. 

Kammmolche leiden wie alle mitteleuropäischen Amphibien vor allem unter der Zerstörung oder Beeinträchtigung von Kleingewässern in der Kulturlandschaft durch Zuschüttung oder Eintrag von Müll und Umweltgiften. Auch die Einschwemmung von Düngerstoffen belastet viele Gewässer. Auch ein zu starkes Aufkommen von Bäumen nah am Ufer entwertet die Laichgewässer, wenn dadurch zu wenig Sonneneinstrahlung zur Wasserfläche durchdringen kann.

Als „Teilsiedler“ mit jahreszeitlich unterschiedlichen Lebensräumen reagieren Kammmolche und andere Arten aber auch empfindlich auf Landschaftsveränderungen im weiteren Umfeld der Gewässer. So führt die Abholzung von Hecken und anderen Feldgehölzen zum Verlust von Sommer- bzw. Überwinterungshabitaten. Intensive Flächennutzungen sowie der Bau und Betrieb von Straßen haben eine Trennwirkung zwischen den Teillebensräumen, so dass dort kein ausreichender räumlicher Austausch von Individuen mehr stattfinden kann. Man spricht von einer Zerstückelung oder Verinselung der Habitate. Insbesondere bei den Wanderungen, etwa vom Winterquartier zum Laichgewässer, erleiden Kammmolche und andere Amphibien erhebliche Verluste durch den Straßenverkehr.

Wie alle in Europa heimischen Amphibien dürfen Kammmolche und ihre Entwicklungsstadien nicht gefangen werden, sondern sind in ihrem natürlichen Lebensraum zu belassen.

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