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Amphibienschutz

In NRW sind von 18 Amphibienarten bereits 10 Arten vom Aussterben bedroht oder in ihrem Bestand stark gefährdet. Die intensiven Bemühungen der letzten Jahrzehnte zum Schutz der Amphibien konnten diese Tendenz nicht umkehren.

 

 Teichmolch

  Mehr Informationen zum Teichmolch

 

Denn es ist nicht nur der Straßenverkehr, der vielen wandernden Arten zum Verhängnis wird, sondern vor allem der Mangel an geeigneten Lebensräumen und Fortpflanzungsgewässern. Amphibien sind feinfühlige Anzeiger einer Lebensqualität, die auch uns Menschen zu Gute kommt. Sie sind ein wichtiges Bindeglied im Naturhaushalt in dem jede Tierart seine Aufgabe erfüllt.

Frösche und Kröten ernähren sich hauptsächlich von Würmern und Insekten. Selber dienen sie Störchen und Reihern als Futter und die Kaulquappen bieten eine Lebensgrundlage z.B. für Libellenlarven. Fehlt eine Tiergruppe so besteht die Möglichkeit, dass ein ganzes Ökosystem früher oder später zusammen bricht.

 

 

  Erdkrötenpaar

 

Gerade deshalb ist es so wichtig sich für den Schutz der Amphibien einzusetzen. Unsere Gruppe betreut jedes Jahr zwei Schutzzäune. Einen am Schwafheimer Meer in Moers und einen in der Littard in Neukirchen-Vluyn. Im Jahr 2012 hat unsere Gruppe Jugendliche des Andreas-Bräm-Hauses in Neukirchen und deren Betreuer beim Aufbau und der Betreuung eines Schutzzaunes unterwiesen. Seitdem wird  auf dem Kinderdorfgelände der Amphibienschutz selbstständig betrieben.

 

 

 Littard in Neukirchen-Vluyn

 

Der Beginn der Wanderung wird durch die innere Uhr der Tiere sowie die Außentemperatur gesteuert und beginnt in der Regel, wenn die Nachttemperaturen fünf Grad Celsius übersteigen. Regen verstärkt die Wanderbereitschaft. Für uns bedeutet das im März / April den Wetterbericht genau zu verfolgen, die Augen offen zu halten und rechtzeitig die Schutzzäune zu aufzubauen. Bis zum Jahr 2013 bedeutete dies vor allem eine Menge körperliche Arbeit.

 

 

 Littard in Neukirchen-Vluyn

 

Eine spatenblatttiefe Rinne musste gegraben werden in der eine undurchsichtige, fliesverstärkte, UV-Licht beständige Folie eingegraben wird. Die Folie muss in den Boden eingegraben werden, damit die Amphibien sich nicht unter dem Zaun hindurcharbeiten und somit der ganze Aufwand und die Arbeit hinfällig wären.

 

 

 

Über der Erde ragt die Folie ca. 50 cm in die Höhe und wird an Zaunlatten befestigt. Auf der Anwanderseite werden im Abstand von etwa 10 m Eimer, direkt an den Zaun anstoßend, ebenerdig eingegraben.

Der Boden der Eimer ist mit Löchern versehen, damit diese sich nicht bei Regen mit Wasser füllen.

 

 

 

Etwas Erdreich und Laub auf dem Boden schützt die gefangenen Amphibien vor dem Austrocknen.
Zumindest das Graben der Rinnen mit dem Spaten entfällt inzwischen dank der „Erfindung“ des
Krötenpfluges.

Die z.B. 850 m Schutzzaun in der Littard können nun viel schneller aufgebaut werden.

 

Erdkrötenpaar

 

 

Erdkröten können bei diesen Wanderungen bis zu 3 km zurücklegen. In sehr vielen Gebieten sind die Überwinterungsgebiete und die Laichgewässer durch Straßen getrennt und so geht vom Straßenverkehr eine große Gefahr aus. Männliche Kröten sitzen gerne auf der Straße, da sie auf dieser freien Fläche schneller ein Weibchen entdecken können. Dies wird ihnen aber – ohne Schutzzaun - schnell zum Verhängnis. Eine weibliche Kröte gibt ca. 3.000 Eier in Laichschnüren ins Wasser ab. Wird sie überfahren, werden sozusagen mehrere tausend Tiere getötet.

 

 

Leider haben wir es in Moers und Neukirchen-Vluyn bisher nicht erreichen können, dass Straßen während der Amphibienwanderung gesperrt werden können.

Daher bitten wir alle Autofahrer auf Warnschilder mit „Krötenwanderung“

 

 

oder auf Schutzzäune zu achten und die Geschwindigkeit deutlich zu senken. Denn die Amphibien werden durch Luftverwirbelungen, die sich unter schnell fahrenden Autos bilden, erfasst und verletzt oder getötet. Auch Naturschützer fühlen sich nicht wohl dabei, wenn Autofahrer mit unverminderter Geschwindigkeit an ihnen vorbei rasen.
 

 

 

 

Die Krötenwanderung dauert je nach Witterung rund vier bis sechs Wochen. Die Eimer müssen jeden Morgen kontrolliert, die Tiere gezählt, aus den Eimern entnommen und auf der anderen Straßenseite wieder ausgesetzt werden.

 

 

Dazu werden viele freiwillige Helfer benötigt.
Es wird ein Einsatzplan erstellt und jeder kann angeben wieviel Zeit er einbringen möchte. Neue Helfer werden eingewiesen und Anfangs begleitet, damit einen Erdkröte von einem Grasfrosch und ein Teichmolch von einem Bergmolch unterschieden werden kann.


 

 

 

Wenn auch Sie ein Herz für Kermit und Co haben, so melden Sie sich bei uns.


Franz Reuter [f.reuter.vluyn@t-online.de]

 

Wir versprechen, dass…


…Kröten und Frösche nicht schleimig und ekelig sind
…man keine Warzen bekommt, wenn man Kröten anfasst
…Frösche geküsst werden dürfen. Mehr aber nicht.
…man schöne Naturerlebnisse im Frühjahr hat
…in einem guten Team willkommen ist

 

 Grasfrosch

 

 Grasfrosch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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