NABU Kreisgruppe Wesel
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Krähen machen Schule

Nistbaum an der Ev. Kirche Büderich - Uwe HeinrichDurch Fällung ihrer Horstbäume, zog es die Saatkrähen vom Rheindeich an der Wacht am Rhein in Wesel-Büderich zum Marktplatz. Hier im Ortskern des sogenannten Polderdorfs fanden sie eine neue Heimstadt und sorgten fortan für Verdruss. Markt und viele örtlich bedeutsame Veranstaltungen wurden bekleckert und das sorgte bei den Büderichern für reichlich Ärger.

Nun hat der Kreis Wesel als Untere Landschaftsbehörde einer Umsiedlungsaktion zugestimmt.

Der städtische Betrieb für Abfallbeseitigung, Straßenunterhaltung und Grünflächen (ASG) wurde beauftragt, die vorhandenen Nester umzusiedeln und die großen Platanen am Marktplatz so zu beschneiden, dass ein Nestbau vorerst unterbleibt.

Dass die Entscheidung im Kreishaus recht spät gefallen war, rief den Sprecher der NABU-Fachgruppe Ornithologie, Peter Malzbender, auf den Plan. Einige Saatkrähenpaare hatten bereits ihre Horste wieder besetzt und machten sich schon ans Brutgeschäft.

Beschnittener Nistbaum in Büderich - Uwe HeinrichDabei hatte er mit verärgerten Anwohnern zu kämpfen. Die Argumente reichten vom wenig ernst zu nehmenden Hinweis auf Hitchcocks „Die Vögel“ bis hin zu Gesundheitsgefahren durch Vogelkot. In der Tat ist ein derart bekleckerter Wochenmarkt und Mittelpunkt des Dorflebens mehr als unangenehm. Malzbenders Hinweis auf das Natur- und Artenschutzgesetz sorgte jedoch dafür, dass die bereits wieder besetzten Nester von der Umzugsaktion ausgeschlossen blieben.

 

Breites Medieninteresse

Die gesamte Aktion rief ein breites Interesse in der Öffentlichkeit hervor und wurde vom WDR-Fernsehen und der Bildzeitung begleitet. Verlagert werden sollten die Nester in Bäume entlang der alten Trasse der B 58 nahe den Resten von Fort Blücher, wo bereits einige Saatkrähen nisten.

Die Mitarbeiter des ASG, ausgerückt mit Hubsteiger und Motorsäge, fanden es verständlicherweise schwer, die Nester halbwegs intakt aus den Bäumen herauszuholen, dann noch zu transportieren und in einem anderen Baum wieder so zu befestigen, dass sie von Krähen als Quartier angenommen werden.
Krähen jedenfalls haben den neuen Standort noch nicht für sich entdeckt.

 
Leserbrief von OAG Sprecher Peter Malzbender:

Nistbäume an der ehemaligen Brückenzufahrt - Uwe HeinrichAls ein Schildbürgerstreich entpuppt sich bereits jetzt der zum falschen Zeitpunkt durchgeführte Brutplatz-Umsiedlungsversuch der Saatkrähenkolonie vom Ortskern Büderich in den Außenbereich. Er ist schlichtweg um Wochen zu spät durchgeführt worden. Nun haben die vertriebenen, geschützten Vögel sofort Horste in hohen Birken an der örtlichen Grundschule errichtet. Es ist durchaus typisch für eine hoch entwickelte Vogelart, dass ein fortgeschrittener Brutzyklus auch das Festhalten an einem Brut-Lebensraum manifestiert. Der NABU hat frühzeitig vor möglichen Ansiedlungsversuchen im näheren Umfeld gewarnt, wenn die biologischen Parameter nicht berücksichtigt werden. Die klugen Vögel lassen sich nicht vorschreiben, wo sie zu brüten haben. Lenkungsmaßnahmen können nur außerhalb der Brutzeit Erfolg bringen. Dabei würde der NABU auch gerne beratend zur Seite stehen. Beispielsweise wäre es hilfreich darauf zu achten, dass die Kinder nichts Essbares auf dem Schulhof hinterlassen, um so nicht unnötig die Saatkrähen auf das Schulgelände zu locken. 

 

Umgesiedeltes Nest - Uwe HeinrichDie Panikmache gegen die Saatkrähen ist weitgehend unbegründet. Natürlich kann man nach der Brutzeit auch über diesen Neststandort sprechen. Zudem sollte der Kreis sofort die haarsträubende Nester-Umsiedlung nicht weiter verfolgen. Ich habe mir die abenteuerliche Ausführung vor Ort angeschaut. Mich würde nicht wundern, wenn durch diese starken Beunruhigungen der dort im Außenbereich bereits ansässigen Brutpaare, das genaue Gegenteil erreicht wird: einige Paare sich zusätzlich in den Ortskern ansiedeln würden.

 

Wenn der NABU sich auch für avifaunistische Randgruppen mit Migrationshintergrund einsetzt, verliert er dabei nicht die Anliegen der Menschen in dieser Region aus den Augen. Wir sind bereit,mit allen Entscheidungsträgern und vor allem den Ortsansässigen, nach der Brutsaison gemeinsam einen tragbaren Kompromiss zu erarbeiten.

 

Peter Malzbender

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