NABU Kreisgruppe Wesel
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Seit Urzeiten prägen Kopfbäume die Landschaft am Niederrhein

 

Der nördliche Teil des nordrhein-westfälischen Tieflandes ist reich an Wiesenlandschaften, die durch Kopfbäume, Weidengebüsche und Pappelreihen das charakteristische Landschaftsbild erhalten. Leider sind durch die intensive Landnutzung heute nur noch inselartige Bestände dieser Strukturen auf grundwassernahen und nährstoffreichen Standorten der Flußauen erhalten geblieben.

 

Bei den Kopfbäumen handelt es sich um regelmäßig geschnittene Weiden, Eschen, Eichen, Ulmen und Pappeln. Früher wurden zusätzlich auch Linden, Rotbuchen, Hainbuchen, Ulmen oder Ahorn geschnitten. Sie hatten früher eine große wirtschaftliche Bedeutung für den bäuerlichen Nebenerwerb, denn sie lieferten den Rohstoff für die Korbflech-terei, Gerätestiele, den Bau von Fach-werkhäusern und für Holzschuhe. Außerdem diente das Holz als Brennstoff.

Die heute eingesetzten Ersatzwerkstoffe führten in der Nachkriegszeit zu einem verstärkten Rückgang der alten Holznutz-ungsform. Die dadurch oftmals unter-bliebene aufwendige Pflege führte zu einer Dezimierung der Kopfbäume. Die hohlen Stämme konnten der Hebelwir-kung an den weitausladenden Ästen bei starkem Winddruck oft nicht mehr Stand halten und brachen auseinander.

 

Inzwischen wird es als wichtige Aufgabe angesehen, die von den Kopfbäumen geprägte Landschaft für Mensch und Natur zu erhalten. Hierzu zählt das Pflanzen neuer Bäume und die intensive Pflege der Altgehölze. Dieser Aufgabe widmete sich im Kreis Wesel seit Jahrzehnten der Naturschutzbund Deutschland e.V. mit großem Engagement. Die Kopfbaumpflege war seit der Gründung ein wesentliches Betätigungsfeld der NABU-Kreisgruppe. Bis zu 1200 Bäume werden pro Winterhalbjahr geköpft und jährlich 1000 Neuanpflanzungen tragen zur Bestandssicherung bei.

 

Die Baumköpfung ist gekennzeichnet durch ein Abhauen in bis zu 4 m Höhe, damit an der Verstümmelungsstelle Ausschläge mit verstärktem Längenwuchs hervorbrechen. Dadurch entstehen am Stammende die kopfartig verdickten Stämme, die den Bäumen den Namen geben.

 

Das Holz im Inneren der Bäume wird wegen des häufigen Schnittes schnell morsch. Der sich bildende Mulm wird zum Standort vieler Pflanzen. Dazu zählen neben der Mistel eine Reihe von Pilzen, Moosen, Flechten oder auch Farne. Bisher konnten 191 Pflanzenarten nachgewiesen werden. Diese begünstigen auch die Besiedelung durch zahlreiche Insekten, die die Bäume als Lebensraum für sich entdecken. In unterschiedlichsten Lebensstadien sind so weit über 400 verschiedene Insekten von den Kopfbäumen abhängig.

 

Zudem brüten 11 Vogelarten in den Kopfbaumhöhlen, darunter der Steinkauz, der Gartenrotschwanz, Grauschnäpper, Trauerfliegenschnäpper, verschiedene Meisen sowie der Feldsperling. Selbst Turmfalke, Hohltaube und Stockente wurden schon beim Brüten in den hohlen Bäumen beobachtet. Außer den Vögeln machen auch Säugetiere von den Höhlen Gebrauch: neben Mäusen, Iltis, Steinmarder und Siebenschläfer sind die Bäume besonders für Fledermäuse von besonderer Bedeutung.

 

Kopfbaumpflege für den Steinkauz

In der Mommbachniederung, Voerde, pflegt die NABU-Kreisgruppe Wesel unter anderem  schon seit vielen Jahren Kopfbäume und Hecken, um dem Steinkauz seinen Lebensraum zu erhalten.

 

In den vielen kleinen Baumhöhlen ist der Steinkauz zu Hause, der von hieraus auf Jagd geht und dort im Mai/Juni seine Jungen aufzieht.

Alljährlich von November bis weit in den Februar werden viele hundert Arbeits-stunden für diese landschaftspflegerische Notwendigkeit eingesetzt. Gleich nach der Morgendämmerung ziehen die ehrenamtlichen Naturschützer, ausgerüstet mit Äxten, Motorsägen, Leitern und Schutzhelmen, in die Kopfbaumgebiete. Natürlich sind diese großflächigen Aktionen nur sinnvoll, wenn sie auch gut geplant sind. Mit Genehmigung der betroffenen Landwirte wird jeder geschnittene Baum registriert. Die nicht ganz ungefährlichen Sägearbeiten verrichten nur Naturschützer, die einen Motorsägekurs mit Erfolg abgeschlossen haben.

 

Informationen zum Holzverkauf und zu den Schneideterminen können sie bei uns in der Geschäftsstelle oder bei den jeweiligen Gruppenleitern vor Ort erfahren.

 

Für weitere Informationen zu Kopfweiden am Niederrhein verweisen wir auf folgende Literatur:

Erich Staudt 1988: Kopfweiden, Herkunft-Nutzung-Pflege, Mercatorverlag. 2.Auflage 1991.

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