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Naturnahe Regenwasserbewirtschaftung

Der Anteil der versiegelten Flächen in der Bundesrepublik Deutschland nimmt ständig zu: bereits 1996 waren es ca. 10% der Gesamtfläche – Tendenz steigend. Abgesehen von der Lebensraumzerstörung an sich, werden mit dem stetigen Anwachsen der versiegelten Flächenanteile immer größere Mengen an Niederschlagswasser der Kanalisation zugeführt. Schon in Einfamilienhausgebieten nimmt diese Abflussmenge durchschnittlich 40% ein.

Die Folgen sind vielfältig: durch die Abdichtung der Bodenoberfläche werden die Stoffkreisläufe unterbunden oder zumindest wesentlich verändert. Der konstante Austausch zwischen Boden und Luft ist unterbrochen. Dies bedingt eine Abnahme der Luftfeuchtigkeit als Folge einer geringeren Verdunstung einerseits, sowie das Sinken des Grundwasserspiegels durch die geringe Versickerung andererseits.

Dem gegenüber kommt es zu einem überproportionalen Anstieg der Oberflächenabflüsse mit der Folge von Überlastung der Kanalisation, Gewässerverschmutzung und immer häufiger und schneller auftretenden Hochwasserereignissen. Ökonomisch betrachtet ergeben sich hieraus eine Reihe von Folgekosten: neben denen für den Gewässerausbau muss ein erhöhter Finanzierungsaufwand bei der Trinkwassergewinnung, für die Abwasserbeseitigung und den Hochwasserschutz einbezogen werden.

Lösungen sollten dahingehend entwickelt werden, das Regenwasser dort zu belassen, wo es anfällt, wie zum Beispiel auf dem eigenen Grundstück. Dies hätte viele umweltrelevante Vorteile und kann sogar Geld sparen, da einige Kommunen das Abkoppeln des Regenwassers von der Kanalisation fördern. Eine Anfrage bei der Stadt kann sich also lohnen.

Für eine naturnahe Regenwasserbewirtschaftung stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Auswahl: die Versickerung über Flächen, Mulden, Mulden-Rigolen und Schächte sowie eine Entsiegelung oder das Auffangen von Regenwasser.

Die Flächenversickerung ist die einfachste und kostengünstigste Methode bei ausreichendem Freiraum. Das Regenwasser kann beispielsweise direkt von Dächern auf vorhandene Freiflächen geleitet werden. Mögliche Schmutzstoffe werden durch die oberen Bodenschichten gefiltert und weitestgehend gebunden.

Sofern nicht ausreichend Fläche zur Verfügung steht, kann das Wasser bei guter Versickerungsleistung des Bodens in einer Versickerungsmulde zwischengespeichert werden. Es handelt sich dabei um eine flache, zumeist mit Gras bewachsene Bodenvertiefung, in die das Wasser eingeleitet wird. Die Vorteile bestehen in der einfachen Erstellung, in der guten Nutzbarkeit der Fläche während der Trockenzeiten beziehungsweise in der Möglichkeit, ein Feuchtbiotop mit der Mulde zu kombinieren.

Bei Böden, die eine geringere Wasserdurchlässigkeit aufweisen, oder Flächen mit geringem Ausmaß bietet sich die Rigolenversickerung an. Dabei wird das Regenwasser in Rigolen geleitet und in einem Kieskörper zwischengespeichert, bevor es versickert. Zusätzlich sollte ein Filter eingebaut werden, da die Reinigungswirkung des Oberbodens entfällt.
Bei einer sehr geringen Versickerungsfähigkeit des Bodens sind Kombinationsanlagen aus Mulden und Rigolen empfehlenswert. Die Zuleitung der Niederschlagsabflüsse erfolgt dabei zunächst oberirdisch, um enthaltene Schmutzstoffe über die Passage einer belebten Oberbodenschicht weitestgehend abzubauen. Eine flach ausgebildete, begrünte Mulde dient als kurzzeitige Retentionsfläche, in der die Abflussspitzen sommerlicher Starkregen aufgefangen werden. Der Boden in der Mulde ist jedoch so aufbereitet, dass das Wasser in eine darunter liegende Ausgleichsschicht, in die mit einem Geotextil ummantelte "Rigole", gelangt, den "Langzeitspeicher" der Anlage. Aus der Rigole versickert das Wasser in den umgebenden Boden. In der Kombination mit einer Speicheranlage wird zudem die Möglichkeit geschaffen, die gesammelten Niederschläge als Brauchwasser (Beregnung) zu nutzen.

Wichtig: bei allen Anlagen mit unterirdischer Versickerung muss eine Genehmigung der Unteren Wasserbehörde eingeholt werden.

In sinnvoller Ergänzung dazu können Einfahrten, Parkplätze, Hofflächen, Wege und Terrassen mit wasserdurchlässigem Material gestaltet werden. Um dieses Versickerungspotential auszuschöpfen, bieten sich u.a. Rasengittersteine, Rasenfugenpflaster oder Porenpflaster an.

Zusätzliche „Teile im Regenwasser - Versickerungspuzzle“ könnten die Dachbegrünung sowie die Regenwassernutzung zur Bewässerung und für die Waschmaschine und/oder die Toilettenspülung sein.

Die Vorteile liegen nicht nur für den Naturhaushalt auf der Hand: das als Brauchwasser eingesetzte Niederschlagswasser erspart eindeutig die Gebühren für teueres Trinkwasser. In den Genuss weiterer effizienter Kostenreduzierungen kommen diejenigen Grundstücksbesitzer, bei denen für die Regenwasserableitung eine vom Schmutzwasser getrennte Gebühr erhoben wird. Auskunft dazu erteilen die Stadtsteuerämter.

Ganz ohne Rechnen geht es nicht, wenn man für extreme Wolkenbrüche gewappnet sein will. Dazu bietet die Emschergenossenschaft die Broschüre: „Regenwasser in der Stadt“ an. Sie beinhaltet Rechenmodelle und hilft bei der Beurteilung, welches System das Richtige für den eigenen Garten ist.

Emschergenossenschaft, Königswall 29; 44137 Dortmund.
Tel.: Frau Raasch 0231 91 51- 1 18.

Heike Eskandarinezhad

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