NABU Kreisgruppe Wesel
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Beobachtung einer Steinkauzbrut

 

Erfolgreiche Filmaufnahmen 2009

Im Jahr 2004 wirkte die Eulenschutzgruppe der NABU Gruppe Xanten an einem Film von Gerhard Weiss mit, der Tierfilme für den WDR produziert. Für dieses Projekt wurden sechs Holzkästen von 1,60 Meter Länge gebaut, mit jeweils einer Kamera bestückt und aufgehängt. Leider gab es damals keine Bilder aus den Kamerakästen, weil die Steinkäuze auf der Technikseite brüteten. Trotz dieses Misserfolges beschloss die NABU-Gruppe in Xanten selbst eine Brutbeobachtung durchzuführen.

 

Nachdem die Untere Landschaftsbehörde in Wesel und die Biologische Station Bislicher Insel dem Vorhaben mit der Auflage, die Aufnahmen Interessierten zugänglich zu machen, zugestimmt hatten, begann die Gruppe mit dem Bau der sechs Spezialkästen. Die normalen Nisthilfen wurden um 150 Millimeter verlängert, um die Technik darin unterzubringen. In die Wand zwischen Brut- und Technikraum wurden zunächst herausnehmbare Blindplatten eingebaut, die dann im Falle einer Brut durch eine Platte mit einer Minifunkvideokamera für Aufnahmen in Farbe und mit Ton ersetzt werden. Diese Kamerakästen wurden im Spätherbst gegen die normalen Kästen auf der Streuobstwiese vor dem NaturForum Bislicher Insel des Regionalverbandes Ruhr (RVR) ausgetauscht.

 

Bei den abendlichen Beobachtungen konnte nach einer gewissen Zeit festgestellt werden, dass die Steinkäuze die neuen Kästen ohne Probleme angenommen hatten. Nun musste das Team abwarten, ob sie in einem der umgebauten Kästen auch brüten würden.

 

Vor dem Einsatz prüften die Beteiligten mehrere Tage lang die Technik der Funkkamera und des Empfängers und stellten fest, dass alles funktionierte. Auch die Funkkamera, die Direktaufnahmen der Brut ins NaturForum übertragen sollte, arbeitete einwandfrei und lieferte sogar bessere Bilder als erwartet.

 

Mit dem Einbau der Funkkamera wurde gewaret, bis das Weibchen die Eier gelegt hatte, in der Hoffnung, der Beschützertrieb des Muttervogels wäre dann größer als sein Fluchttrieb.

 

Am 10. Mai kontrollierten die Eulenschützer vorsichtig die Kamerakästen. In einem Kasten vor dem NaturForum saß das Weibchen auf drei Eiern. Als es abends kurz die Nisthilfe verließ, wechselten sie schnell die Blindplatte gegen die Kameraplatte aus. Am nächsten Abend installierten sie in einer benachbarten Garage  die Stromversorgung für Kamera und Beleuchtung.

 

Die Naturschützer hatten  sich vorgenommen, nur jeden dritten Tag zu beobachten und die Steinkäuze zwischendurch in Ruhe zu lassen.

Endlich kam der große Augenblick. Nachdem die Kamera ohne Licht eingeschaltet wurde, konnten im NaturForum am Monitor die Umrisse des Weibchens in der Nisthilfe erkannt werden. Der Ton wurde allerdings durch den starken Büdericher Fernsehsender gestört. Nun schalteten sich die Glühlampe über einen Dimmer ganz langsam ein. Würde der Vogel flüchten? Das Weibchen drehte sich nur kurz zur Lichtquelle um und blieb auf den Eiern sitzen. Die Beleuchtung schien sie nicht zu stören, worüber die Beobachter natürlich sehr erleichtert waren. Auf dem Video-Rekorder des RVR wurden zunächst Aufzeichnungen ohne Ton gemacht. Alle waren fasziniert von den ersten Bildern, die unter anderem zeigten, wie das Männchen zum Füttern kam.

 

Am 13. Mai war es dann soweit – das erste Junge war geschlüpft. Jeweils im Abstand von zwei Tagen schlüpften dann auch das zweite und dritte Küken. 

Der Ton funktionierte noch immer nicht richtig. Nachdem wir größere Antennen am Sender und am Empfänger angebracht hatten, wurde es jedoch ein wenig besser.

 

Durch den Erfolg ermutigt, sollter die Bilder mit einem DVD-Recorder digital aufzeichnet werden. Hierbei halfen spontan die Kreisgruppe Wesel und das Mazda-Autohaus Schnickers, indem sie jeweils zur Hälfte die Kosten für einen Rekorder übernahmen. Nun konnten die Geschehnisse im Nistkasten über einen wesentlich längeren Zeitraum aufgezeichnet werden  als mit dem Videorekorder.

 

Bis zum 17. Juni, als die Jungen endgültig die Nisthilfe verließen, beobachtete die NABU-Gruppe Xanten die Brut und verbrachten dabei manch lange, kalte Nacht im NaturForum, das der Regionalverband Ruhr dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hatte. Doch angesichts der faszinierenden Bilder von der Aufzucht der Jungen waren Kälte und Müdigkeit rasch vergessen.

Die Beobachtungen ergaben 20 DVDs mit jeweils 12 Gigabyte an Filmmaterial, das  zu zwei Filmen mit vierzig beziehungsweise zehn Minuten Länge zusammen gefasst wurden.

 

Diese Filme wurden bereits auf zahlreichen Veranstaltungen gezeigt und jedes Mal sehr gut aufgenommen. Mit ihnen konnte erfolgreichWerbung für die Steinkauz- und Naturschutzarbeit gemacht werden.

 

Sollten auch Sie Interesse an einer Filmvorführung haben, wenden Sie sich gerne jederzeit an:

 

Karl-Heinz Alshut und Gerd Böllerschen der NABU-Gruppe Xanten

 

Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel von Karl-Heinz Alshut und Gerd Böllerschen im Naturspiegel 3/2009, Heft 75

Fotos: Gerd Böllerschen

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