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Sommerlinde und Winterlinde

 

Unsere beiden heimischen Lindenarten

Die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) ist ein stark wachsender Baum mit Höhen bis zu 35 m und einem Stammdurchmesser von 4 – 5 m. Sie sind die typischen „Dorflinden“, die vielfach auf Dorfplätzen gepflanzt wurden und im Laufe der Jahrhunderte oft stattliche Exemplare bilden. Ihr Alter soll bis zu 1.000 Jahre betragen.

 

Bei der Winterlinde (Tilia cordata) handelt es sich um einen etwas weniger stark wachsenden Baum mit 25 bis 30 m Höhe und einem geringeren Höchstalter von „nur“ einigen hundert Jahren.

 

Beide Arten werden gerne als Alleebäume gepflanzt und sind hervorragende Bienenweiden: Lindenblütenhonig ist sicher jedem bekannt. Da die beiden Arten fruchtbare Bastarde bilden ist die eindeutige Bestimmung nicht immer einfach.

 

Allgemeines

Beide Linden bilden einen langen, schlanken und walzigen Stamm mit einer hochangesetzten Krone. Anfangs bilden sie eine Pfahlwurzel, die später von mächtigen Herz- und Seitenwurzeln unterstützt werden. Die Borke ist längsgefurcht netzartig von schwärzlichgrauer Farbe. Junge Zweige sind hin und her gebogen und olivgrün, glänzend mit kleinen deutlichen Korkwarzen.

 

Blätter

Die schief-herzförmigen, zugespitzten Blätter der Linden sind wechselständig und langgestielt an den Zweigen angeordnet. Winterlinden (auch kleinblättrige Linde genannt) haben 3-10 cm lange und ebenso breite, eher derbe Blätter, die am Rand gleichmäßig gesägt und oberseits grün, kahl und unterseits graugrün sind. In den Aderwinkeln findet sich eine rotbraune Behaarung.

 

     

 

Die Blätter der Sommerlinde sind deutlich größer, bis zu 15 cm lang und 12 cm breit und eher weich. Im Kronenbereich sind sie oft kleiner, als unten im Schatten. Sie sind beiderseits behaart, eher weich und weisen auf der Unterseite in den Aderwinkeln eine weiße Behaarung auf.

 

Blüten und Früchte

Die Geschlechtsreife („Mannbarkeit“) ist nach 15 bis 20 Jahren erreicht. Linden bilden Zwitterblüten, d.h. die Pollen produzierenden Staubblätter (männlich) und die fruchtbildenden Fruchtblätter (weiblich) sind in einer Blüte vereinigt. Die Winterlinde enthält meist 4-10 Blüten in einem Blütenstand, die Sommerlinde dagegen nur 2-5, jedoch deutlich größere Blüten in einer Trugdolde. Die Blütezeit der Winterlinde liegt im Juni und Juli. Die Sommerlinde blüht zumeist 10 bis 14 Tage vor der Winterlinde.

 

     

 

Die Bestäubung der Lindenblüten erfolgt durch Insekten. Hier übernehmen die Honigbienen einen großen Anteil, aber auch Hummeln, Fliegen und Schwebfliegen gehören zu den zahlreichen Blütenbesuchern, die von dem intensiven Blütenduft der Lindenblüten, besonders gegen Abend, angezogen werden. Imker wie auch Verbraucher schätzen den im Juni und Juli gewonnenen Lindenblütenhonig, den die Bienen aus dem Blütennektar produzieren.

 

Besondere Haare am Grunde der Blütenkelchblätter (sog. Haar-Nektarien) sondern den Nektar ungleichmäßig über den Tag verteilt ab: in den frühen Morgenstunden und noch einmal am späten Nachmittag.

Da die Linden für Imker wichtige Trachtpflanzen sind, waren sie schon im Mittelalter „gebannt“, d.h. sie durften nicht gefällt werden. Sicher auch ein Grund für das hohe Alter zahlreicher Dorflinden.

 

Bei den Früchten der Linden handelt es sich um Nüsschen, die an einem gemeinsamen bleichgrünen Flügelblatt hängen, mit deren Hilfe die Samen im Herbst zu Boden segeln. Die Nüsschen der Winterlinde sind birnenförmig, 5-7 mm lang, undeutlich kantig und leicht zerdrückbar. Die der Sommerlinde sind mit 8-9 mm deutlich größer, haben 4-5 Längsrippen und sind daher deutlich stabiler.

 

Aussaat und Vermehrung

Die Samen segeln im Herbst und Winter zu Boden und überbrücken dabei Entfernungen bis zu 100 m. Sie sind für ca. 2 Jahre zu 55 % keimfähig. Sät man sie im Frühjahr, so keimen sie im darauffolgenden Frühjahr.

 

Verwendung

Das Holz der Winterlinde ist dichter, fester, biegsamer, aber auch stärker schwindend als das Holz der Sommerlinde. Lindenholz ist weich, dichtfaserig, zäh, elastisch und leicht spaltbar. Verwendung findet es für Zeichenbretter, Bilderrahmen, Spielsachen und vor allem als Schnitzholz.

 

Der Beitrag basiert auf einem Artikel von Frank Boßerhoff im Naturspiegel 1/2009, Heft 73

 

Weiterführende Literatur

Amman, G. 2004: Bäume und Sträucher des Waldes. Melsungen: Neumann-Neudamm Verlag. 232 Seiten. 29,95 €.
Hecker, U. 1998: BLV Handbuch Bäume und Sträucher. München: BLV-Verlag. 481. S. 2. Aufl.
Schütt, Weisgerber u.a. 2006: Enzyklopädie der Laubbäume. Landsberg: EcomedVerlag. 642 Seiten.

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